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Häuser für Waisenkinder e.V.

Gesamtprojekt Häuser für Waisenkinder e.V.

Unser Projekt ist in der Region Siaya/Kenia ein Pilotprojekt. Es umfasst ein Waisenhaus mit vier kleinen Wohneinheiten, eine Schule für 320 Kinder sowie ein Ausbildungszentrum in Lehmbauweise.

Unser Pilotprojekt bauen wir gemeinsam mit unserem Projektträger vor Ort, Mbaga Orphaned Children`s Centre“ (M.O.C.C.). M.O.C.C. organisiert den Ablauf vor Ort, die Bauvorbereitungen sowie die Alltagsstruktur der Kinder. Das Projekt wird von der Bevölkerung und der lokalen Verwaltung unterstützt.

Vor Beginn der Projektierung haben wir in Zusammenarbeit mit M.O.C.C. aufwendige Recherchen über den Bedarf an Wohnräumen für Waisenkinder evaluiert. Wir besuchten mehrere Waisenhäuser in weiterer Umgebung und fanden meist unzureichende Verhältnisse vor. Im Ort Siaya gibt es im Umkreis von 40 km kein Waisenhaus. In Gesprächen mit dem Bürgermeister, Ministry of Education, Ministry of Health and Gender, dem Council Commissioner, dem District Commissioner, sowie dem Gouverneur berichteten wir von unseren Besuchen in den Familien und der prekären Wohn- und Bildungssituation auf dem Land. Vom Ministry of Health and Gender wurde uns bestätigt, dass in der Projektregion dringend ein Waisenhaus und eine Schule benötigt werden. Die lokale Regierung, mit dem Gouverneur Cornel Rasanga Amoth, unterstützt das Projekt und hat M.O.C.C. im Februar 2014 ein geeignetes Grundstück in Siaya kostenlos übertragen.

In meiner ehrenamtlichen Vereinsarbeit werde ich, Heiko Wäsche (1. Vorsitzender) von 22 Mitgliedern unterschiedlicher Berufe unterstützt. Partnerschaftliche Zusammenarbeit auf Augenhöhe mit unserem Partner M.O.C.C, sowie Nachhaltigkeit auf allen Ebenen des Projektes ist unser Leitgedanke – sozial, ökologisch und ökonomisch.

Wir kooperieren mit der Organisation "Ingenieure ohne Grenzen“ beim Bau der Trenntoilettenanlage und werden von den Firmen "Solar World" und "Wefers Gebäudetechnik GmbH" unterstützt.

 

Traditionelle Lehmbautechnik

Hier möchten wir Ihnen einen kurzen Einblick in die Bauweise geben, die Modell- Charakter hat. Mit der Reaktivierung von traditionellen Lehmbautechniken fördern wir eine ökologische Zukunft. Aktuell wird bei kenianischen Lehmbauten der Lehm ungebrannt verwendet und wird nur unzureichend vor Regenwasser geschützt. Dadurch wäscht sich der Lehm in relativ kurzer Zeit wieder aus. Üblicherweise werden Lehmziegel verwendet, die gebrannt werden müssen und somit die knappe Ressource „Holz“ durch eine nicht nachhaltige Forstwirtschaft reduziert.

In Westafrika wird die hochwertige Stampflehmbauweise angewendet. Das Projekt fördert in Sachen Lehmbau einen Wissenstransfer von West- nach Ostafrika. Es handelt sich dabei um ungebrannten Lehm. Feuerholz zum Brennen wird nicht benötigt. Der Lehm ist vor Ort reichlich vorhanden und kann leicht gewonnen werden, dadurch sind die Baukosten deutlich niedriger.

Mit der reaktivierten und verbesserten Lehmbautechnik können preiswerte und nachhaltige Häuser gebaut werden. Hier liegt gerade für die ärmere Bevölkerung eine große Chance, preiswerte Wohnhäuser zu bauen. Dies macht den Modellcharakter unseres Projektes aus.

 

Zielgruppen

In den Wohngruppen werden Waisenkinder aus der Region Siaya im Alter von 0-14 Jahren untergebracht, deren Eltern an AIDS gestorben. Diesen Kindern möchten wir ein Zuhause geben, in dem sie in Liebe und Geborgenheit aufwachsen können und unter guten Lernbedingungen einen qualifizierten Schulabschluss erlangen. Die Kinder haben zwei feste Bezugspersonen (ausgebildeten Sozialarbeitern/ Erziehern) und erlernen einen strukturierten Alltag. Sie gehen in die angrenzende Schule und haben ein Zuhause als sicheren Ort, in dem sie geborgen aufwachsen und ihre Persönlichkeit entwickeln können.

Die 2. Zielgruppe sind weitere ca. 320 Kinder, die bei ihren Eltern oder Pflegefamilien leben und aus unterschiedlichen Gründen keine oder nur sporadisch die Schule besuchen. Zum Teil müssen die Kinder in der Landwirtschaft mitarbeiten, um das Überleben der Familie zu sichern oder sie bekommen keinen Platz in der örtlichen Schule, die meist mit 80 Kindern pro Klasse überfüllt ist. Andere Kinder müssen sehr weite Wege von bis zu 2 Std. pro Weg zur Schule zurücklegen. Durch diese Umstände ist bei vielen Kindern der Schulerfolg gefährdet. Oftmals sind es die Mädchen, die zu Hause mithelfen müssen. Hier liegen immer noch geringere Einschreibquoten vor Deshalb sollen mindestens die Hälfte der Kinder Mädchen sein, die hier eingeschult werden.

 

Projektziel

Deutliche Verbesserung der Lebenssituation von 32 Waisenkindern, deren Eltern an AIDS gestorben sind. Verbesserung der kindlichen Entwicklung, d.h. der körperlichen und geistigen Entwicklung durch regelmäßige Mahlzeiten, einen sicheren Ort der Geborgenheit und Akzeptanz ihrer Persönlichkeit. Auf längere Sicht gesehen Steigerung ihres Selbstbewusstseins und ihres Selbstwertes durch regelmäßigen Schulbesuch und die häusliche Gemeinschaft im Waisenhaus. Stärkung der Resilienz.

- Beitrag zur Armutsreduzierung durch eine gute Schul- und Berufsbildung der Kinder und Jugendlichen. Wir sichern somit ihre Zukunft nachhaltig.

- Verbesserung der Umwelt und des Umweltbewusstseins u.a. durch den Betrieb von Trenntoiletten und Solaranlagen.

- Sensibilisierung für ökologische Nachhaltigkeit durch Weitergabe von Kenntnissen über die Stampf-Lehmbautechnik bei der Errichtung aller Gebäude sowie als Ausbildungsberuf im Ausbildungszentrum.